SinoNet: In den Herbst 2026 mit dem Konfuzius-Institut
konfuzius-institut at univie.ac.at
konfuzius-institut at univie.ac.at
Mo Sep 28 12:52:59 CEST 2026
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Zen, Aufklärung, TCM und Taiji
Inhalt
2. Oktober Vortrag Prof. Helwig Schmidt-Glintzer:
„Zen und die Kunst des Erwachens in der Tradition der chinesischen
Aufklärung"
2. Oktober Vortrag Prof. Zhang Xiaoling: „Zwischen Chancen und Bedenken:
Das Bild des digitalen Chinas in Der Standard und Die Presse"
15. Oktober Chinesische Oper im MuTh: "Das Geheimnis der Prinzgemahlin"
16. Oktober Sichtweisen Festival - China
17. Oktober Podiumsgespräch Dr. Manfred Osten: "Die Zukunftsfähigkeit der
Idee des tian xia und die Anschlußfähigkeit Goetheschen Denkens an diese
chinesische Idee"
Die Kursanmeldung für unsere beiden neuen Kulturkurse TCM und Taiji hat
begonnen.
Wir laden herzlich ein zum:
Vortrag:
„Zen und die Kunst des Erwachens
in der Tradition
der chinesischen Aufklärung"
Prof. Helwig Schmidt-Glintzer
Die Zeit um die erste Jahrtausendwende war eine Zeit der Neuordnung in
Ostasien. Ähnlich wie im damaligen Westeuropa gab es dort vor tausend
Jahren ein aufgeklärtes Denken. Dieses nahm seinen Ausgang in den
Orientierungsdebatten der chinesischen Bildungseliten im Zusammenhang der
Verbreitung und Adaption des Buddhismus in China, Japan und Korea. Mit der
ZEN-Lehre, chinesisch Chan, suchte man die aus Indien nach China gelangten
Lehren des Buddha in der eigenen Kultur aufgehen zu lassen. Diese
ZEN-Bewegung erfasste ganz Ostasien und dann weitere Regionen. Sie war
verknüpft mit Umgangssprache und Schriftkultur und dadurch eng an das
Chinesische als die Schriftsprache Ostasiens geknüpft, hat ihren Sprachwitz
und ihre Lebendigkeit aber dabei nicht verloren.
In dem Vortrag wird der Wendepunkt in der ZEN-Praxis zwischen dem 10. und
dem 12. Jahrhundert thematisiert. Hier finden wir einen Schlüssel zum
Verständnis ostasiatischer Geistigkeit und Mitmenschlichkeit, die sich auf
die Gestalt des historischen Buddha berief. Es ging dabei auch um das
Verhältnis von Gespräch und geschriebenem Wort und vom Umgang mit der
Widersprüchlichkeit der Welt. Die späteren konfuzianischen Umbrüche bei
Wang Yangming (um 1500) und die Reformansätze und revolutionären
Bewegungen am Ende der Qing-Dynastie sind ohne diese frühen
Aufklärungstraditionen nicht zu verstehen. Die im ZEN zum Ausdruck kommende
Welthaltung wird vor dem Hintergrund ihrer Entstehung erläutert und es wird
gezeigt, wie sie gerade in der Gegenwart zu neuem Handeln in der Welt
befähigen und Scheindebatten überwinden helfen kann.
Helwig Schmidt-Glintzer entwirft in seinem Vortrag ein lebendiges Bild der,
unter Bezugnahme auf den historischen Buddha, sich vollziehenden Aufklärung
in dieser für das China der Kaiserzeit formativen Epoche, deren
Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Ort: Aula am Campus, Universitätscampus
Alserstraße 4, 1090 Wien
Zeit: Freitag, 2. Oktober 2026, 15:30 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten: konfuzius-institut at univie.ac.at
Wir laden herzlich ein zum:
Vortrag:
„Zwischen Chancen und Bedenken: Das Bild des digitalen Chinas in Der
Standard und Die Presse"
Prof. ZHANG Xiaoling
Anhand der Berichterstattungen von Der Standard und Die Presse (2024‑2026)
untersucht der Vortrag die mediale Konstruktion des „digitalen Chinas“
mittels narrativer Frame‑Analyse. Es werden zentrale Deutungsrahmen
identifiziert, die zwischen wirtschaftlich‑technologischen Chancen, sowie
sicherheits‑ und systembezogenen Bedenken oszillieren. Der Vortrag
vergleicht Gemeinsamkeiten und positionelle Unterschiede beider Zeitungen,
erörtert kontextuelle Einflussfaktoren und skizziert Perspektiven für den
wissenschaftlichen Dialog zwischen Österreich und China im Bereich
Medien‑ und Digitalhumanistik.
Prof. Zhang Xiaoling ist Dekanin der Fakultät für Germanistik der Beijing
Foreign Studies University. Sie forscht zum China-Bild in den Medien sowie
zur Digitalhumanistik.
Ort: Aula am Campus, Universitätscampus
Alserstraße 4, 1090 Wien
Zeit: Freitag, 2. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten: konfuzius-institut at univie.ac.at
Chinesische Oper im MuTh:
„Das Geheimnis der Prinzgemahlin"
Die Huangmei-Oper hat sich aus ländlichen Volksliedern entwickelt und
zählt heute zu den beliebtesten Theaterformen Chinas. Ihre Melodien sind
süß und schlicht, leicht verständlich und die Liedtexte sind nah am
alltäglichen Leben. Sie erzählen von den Freuden und Leiden gewöhnlicher
Menschen und vermitteln die Werte einfacher Familien. „Das Geheimnis der
Prinzgemahlin“ erzählt die Geschichte von Feng Suzhen, einer jungen Frau
aus dem Volk, die ihr Leben riskiert, um ihren Ehemann zu retten. Trotz
zahlreicher Widrigkeiten gelingt es ihr am Ende, ihr Ziel zu erreichen und
eine glückliche Ehe einzugehen. Das Stück zeigt ein fast märchenhaftes,
aber dennoch nachvollziehbares Drama: eine Frau verkleidet sich als Mann,
nimmt heimlich an Prüfungen teil, trifft zufällig auf den besten
Absolventen der Kaiserprüfung und meistert Dank ihres Einfallsreichtums die
Gefahren in der Hochzeitsnacht. Dadurch entsteht das Bild eines gütigen,
mutigen und klugen Mädchens aus der Antike.
Veranstalter: China Opera Research Society & International Culture
Cooperations
Ort: MuTh, Am Augartenspitz 1
1020 Wien
Zeit: 15. Oktober, 19:00 Uhr
Karten sind über die Homepage des MuTh erhältlich.
Sichtweisen Festival China
Gegenwartsliteratur, traditionelle chinesische Oper und zeitgenössische
Musik prägen diesen Teil des Schwerpunkts „Internationale
Musiktraditionen“. Das Programm verbindet literarische Stimmen aus China
mit unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen zwischen Tradition und
Gegenwart.
Den ersten Teil bildet die chinesische Gegenwartsliteratur. Werke von Xue
Mo, Liang Hong und Yuan Mei stehen für drei unterschiedliche literarische
Positionen und greifen verschiedene Lebenswelten und kulturelle Erfahrungen
Chinas auf.
Nach der Pause steht die Musik im Mittelpunkt. Künstler:innen der
Huangmei-Oper geben Einblicke in eine traditionelle chinesische
Bühnenkunst, in der Gesang, Schauspiel, Bewegung und traditionelle
Instrumente miteinander verbunden sind. Le Liu (Klavier) ergänzt diesen
Programmteil mit zeitgenössischen chinesischen Klavierwerken und setzt
damit einen musikalischen Akzent der Gegenwart.
Programmübersicht
Chinesische Gegenwartsliteratur – Lesung und Gespräch
18:00–19:30 Uhr
Pause
19:30–20:00 Uhr
Huangmei-Oper und zeitgenössische chinesische Klaviermusik mit Le Liu
20:00–21:00 Uhr
Offener Ausklang
ab 21:00 Uhr
Ort: Raum Salmgasse
Salmgasse 6
1030 Wien
3. Bezirk
Zeit: 18:00 Uhr
Wir laden herzlich ein zum:
Podiumsgespräch:
„Die Zukunftsfähigkeit der Idee des tian xia und die Anschlußfähigkeit
Goetheschen Denkens an diese chinesische Idee"
Dr. Manfred Osten
Das tian xia ("Alles unter dem Himmel") Konzept findet sich bereits in der
frühen chinesischen Kaiserzeit in philosophischen, politischen wie auch
metaphysischen Überlegungen. Welche Aspekte davon bis heute überdauert
haben, wie das Konzept adaptiert wurde, welche modernen Interpretationen es
gibt und wie das europäische und besondere das Goethesche Denken an diese
Idee anküpfen könnte wird am Podium diskutiert.
Dr. Manfred Osten ist Autor, ehemaliger Diplomat und Generalsekretär der
Alexander von Humboldt-Stiftung. Er hat sieben Jahre in Ostasien verbracht
und gilt als einer der führenden Goethe Experten, insbesondere dessen
Auseinandersetzung mit China, sowie der Rezeption Goethes in Ostasien.
Ort: Seminarraum 20, Konfuzius-Institut an der Universität Wien
Eing. 1.3., Hof 1, Universitätscampus
Alserstraße 4, 1090 Wien
Zeit: Freitag, 17. Oktober 2026, 15:30 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten: konfuzius-institut at univie.ac.at
Taijiquan-Kurs
Taijiquan ist eine der repräsentativsten traditionellen chinesischen
Kampfkünste und gehört zum immateriellen Kulturerbe Chinas. Im Jahr 2020
wurde Taijiquan in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes
der UNESCO aufgenommen. Als wichtiger Bestandteil der traditionellen
chinesischen Kultur verbindet Taijiquan Philosophie, Gesundheitslehre,
Körpertraining und kulturelle Bildung. Es gilt als ein „lebendiges
Beispiel der traditionellen chinesischen Körperkultur“.
Ziel des Kurses ist es, den Teilnehmenden durch einen systematischen,
wissenschaftlich fundierten und schrittweisen Unterricht einen Einblick in
die chinesische Kampfkunst und Taijiquan-Kultur zu vermitteln. Die
Teilnehmenden lernen über die Anatomie ihres Körpers, sowie grundlegende
Bewegungen und Bewegungsprinzipien des Taijiquan kennen und erfahren
zugleich etwas über kulturelle Konzepte, wie „Yin und Yang“, die
„Einheit von Körper und Geist“ sowie die „Verbindung von Weichheit
und Stärke“.
Im Mittelpunkt des Kurses stehen die „Acht Methoden und Fünf Schritte des
Taijiquan“. Die Inhalte werden mit modernen Erkenntnissen der
Bewegungswissenschaft und nachvollziehbarer Körpertrainingslogik erklärt.
Kursinhalte:
* Einführung in chinesisches Wushu und Taijiquan-Kultur
* Taijiquan-Etikette und Grundlagentraining
* Acht grundlegende Techniken des Taijiquan
* Fünf grundlegende Schritte des Taijiquan
* Grundprinzipien von Angriff und Verteidigung im Taijiquan
* Atem- und Koordinationstraining
* Partnerübungen: einfaches und doppeltes Tuishou
* Taijiquan als Gesundheits- und Präventionstraining
* Das Gleichgewichtskonzept in der traditionellen chinesischen Kultur
Der Kurs ist für Teilnehmende aller Altersgruppen geeignet. Vorkenntnisse
in Kampfkunst sind nicht erforderlich. Durch das Training können die
Teilnehmenden ihre Koordination, Balance und Konzentration verbessern und
zugleich durch körperliche Praxis ein tieferes Verständnis für
chinesische Kultur und östliche Weisheit entwickeln.
Der Vortragende:
Tang Jin(唐晋)
Nationaltrainer des Österreichischen Wushu-Nationalteams, internationaler
Wushu- Schiedsrichter und internationaler Wushu-Trainer.
Seit seiner Ankunft in Österreich im Jahr 2001 widmet sich Tang Jin seit
über 25 Jahren der Förderung und Verbreitung des chinesischen Wushus in
Österreich und Europa. In dieser Zeit war er kontinuierlich als Trainer-
und Schiedsrichter, sowie in den Bereichen des internationalen Kultur- und
Sportaustauschs tätig und hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des
Wushu-Sports in Österreich geleistet.
Er war mehrfach als Schiedsrichter bei Weltmeisterschaften,
Europameisterschaften und Österreichischen Nationalmeisterschaften im
Einsatz. Darüber hinaus unterrichtet er seit vielen Jahren an
Universitäten sowie in Wushu- und Taijiquan-Vereinen. Derzeit ist er
Direktor des Europäischen Forschungszentrums für die Entwicklung des
Taijiquan im Redaktionskomitee des World Taijiquan Blue Book.
Sein Unterrichtsstil verbindet traditionelle chinesische Kultur mit modernen
wissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch die Anwendung von
Bewegungswissenschaft und modernen Trainingsmethoden vermittelt er die
Prinzipien des Taijiquan auf anschauliche und nachvollziehbare Weise.
Dadurch können Lernende unterschiedlicher kultureller Hintergründe sowohl
die technischen Aspekte als auch die kulturellen Inhalte des chinesischen
Wushu besser verstehen und praktisch anwenden.
Seine Lehrphilosophie lautet:
„Chinesische Kultur durch körperliche Praxis erleben, östliche Weisheit
durch Taijiquan verstehen und durch kontinuierliches Lernen Harmonie
zwischen Körper, Geist und Kultur fördern.“
Unterricht:
Unsere Kulturkurse umfassen 28 Unterrichtseinheiten (14 Termine) und finden
einmal pro Wochestatt.
Die Kursgebühr beträgt € 330.-
Studierende bis zum 28. Lebensjahr erhalten 25% Rabatt (Vorlage des
gültigen StudentInnenausweises notwendig), FinanzbeihilfebezieherInnen der
Universität Wien erhalten 50% Rabatt (Vergünstigungen sind nicht
kumulativ).
KI-CKK2610
Taijiquan
Sonntags 18-19:30 Pfeilgasse (Kursstart Mitte Oktober)
Die Anmeldung ist bis eine Woche vor Kursbeginn möglich.
Anmeldungen bitte per E-Mail mit ausgefülltem
Anmeldeformular an konfuzius-institut at univie.ac.at.
TCM-Kulturkurs:
TCM in der Gesundheitspflege und Krankheitsprävention
Der Kurs vermittelt systematisch die Grundkonzepte der Traditionellen
Chinesischen Medizin (TCM) – wie Yin-Yang und die Fünf Wandlungsphasen,
Qi, Blut und Körperflüssigkeiten, Zang-Fu-Organe und Meridiane,
Konstitutionsbestimmung sowie Ernährungslehre und ganzjährige
Gesundheitspflege – und lehrt zugleich praktische TCM-Techniken wie
Akupressur, Tuina-Massage, Gua Sha, Schröpfen und Moxibustion. Die
Teilnehmenden üben zudem Techniken zur Atemregulierung sowie einfache
Qigong-Übungen und erhalten Ratschläge zur TCM-Gesundheitspflege, die auf
das örtliche Klima und lokale Ernährungsgewohnheiten sowie den
städtischen Lebensstil abgestimmt sind. Der Kurs wird zweisprachig
(Chinesisch und Deutsch) durchgeführt und richtet sich sowohl an
TCM-interessierte Laien als auch an Personen mit beruflichem Hintergrund in
Medizin, Physiotherapie, Pflege oder anderen Gesundheitswissenschaften. Der
Kurs erfordert keine Chinesisch Vorkenntnisse, diese sind allerdings von
Vorteil.
Vortragende:
Dr. Hongying Li verfügt über eine Doppelqualifikation in westlicher
Medizin und Traditioneller Chinesischer Medizin. Sie erhielt ihren Master in
Public Health an der Medizinischen Universität Wien und promovierte an der
Universität für TCM in der Schweiz. Derzeit ist sie Präsidentin der
Österreichischen Gesellschaft für TCM & Präventionsmedizin, Leiterin der
TCM-Abteilung bei Feelgoodmedicine Wien, Vorstandsmitglied der
Weltföderation der Gesellschaften für Chinesische Medizin, Gastprofessorin
an der Liaoning Universität für Traditionelle Chinesische Medizin und
TCM-Fachdozentin an der TCM-Schule Wien (WSTCM). Dr. Li verbindet die
Prinzipien der TCM mit moderner Präventionsmedizin, legt Wert auf
praktische Anwendung und interaktive Vermittlung und unterstützt
Studierende dabei, leicht umsetzbare persönliche Gesundheitsstrategien zu
entwickeln.
Dauer & Datum: jeden 2. Freitag mit Startdatum 09.10.2026 (16 UE = 8
Termine)
Zeit: ab 09.10.2026 von 18:00-19:45
Gruppengröße: 8 – 15 Teilnehmer*innen
Kursgebühr: € 400.-
Anmeldungen bitte per E-Mail mit ausgefülltem Anmeldeformular an
konfuzius-institut at univie.ac.at oder persönlich vor Ort am Institut
Impressum Herausgeber:
Konfuzius-Institut an der Universität Wien
| Alserstraße 4, Hof 1, Eingang 1.3 | www.konfuzius-institut.at/
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