SinoNet: Fwd: ERINNERUNG!! 30.+31. Mai Völkerkundemuseum: Diskussion+Symposium "Kulturrevolution"]
SinoNet AbsolventInnenverein
sinonet.verein at gmail.com
Mo Mai 30 16:45:00 CEST 2011
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Von: Helmut Opletal <helmut.opletal at univie.ac.at>
Datum: 30. Mai 2011 09:53
Betreff: ERINNERUNG!! 30.+31. Mai Völkerkundemuseum: Diskussion+Symposium
"Kulturrevolution"]
An: sinonet.verein at gmail.com
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir möchten Sie sehr herzlich zu zwei Veranstaltungen im Museum für
Völkerkunde in der kommenden Woche einladen:
Vergangenheitsbewältigung und Erinnerung an die Kulturrevolution
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Im Rahmenprogramm zur Ausstellung „Die Kultur der Kulturrevolution“ (bis 19.
September 2011) veranstaltet das Museum für Völkerkunde gemeinsam mit dem
Institut für Ostasienwissenschaften/Sinologie der Universität Wien Ende Mai
eine Tagung zu den sehr unterschiedlichen Erinnerungen an die chinesische
„Kulturrevolution“ (1976-1976) und den Auswirkungen, die die Politik des
Revolutionsführers Mao Zedong damals im Land selbst, aber auch in Europa
hatte.
Zum Auftakt debattieren damalige österreichische Maoisten und
„China-Freunde“ (u.a. der Schriftsteller Robert Schindel) über verzerrte
Wahrnehmungen und hohe Erwartung, die die chinesische Revolution auch
international ausgelöst hat.
In einem anschließenden Symposium analysieren u. a. der Wiener
Zeitgeschichtler Prof. Gerhard Botz und Expert(inn)en des Instituts für
Ostasienwissenschaften, wie sehr die Ereignisse der „Kulturrevolution“ –
Personenkult, politische Utopien, Masseninszenierungen, Machtkämpfe, aber
auch die brutale Verfolgung von „Klassenfeinden“ – die chinesische
Gesellschaft bis heute spalten und belasten, sodass eine öffentliche Debatte
und Aufarbeitung im Land nach wie vor schwer fällt.
Podiumsdiskussion
Maoismus und China-Euphorie – die Kulturrevolution in Österreich und Europa
Montag, 30. Mai, 18.30 Uhr, Museum für Völkerkunde
Nach 1968 brach in der Neuen Linken Europas ein regelrechtes Mao-Fieber aus.
Warum begeisterten sich in den 1970er Jahren auch in Österreich Tausende
junge Menschen für die chinesische Kulturrevolution? Welche Hoffnungen
verbanden sie mit China und wie wollten sie ihr eigenes Land verändern? Wie
veränderte sich das Leben, als viele der Träume zerplatzten? Zu diesen
Themen diskutieren Zeitzeugen und Aktivisten aus dem Umfeld der damalige
maoistische Bewegung (Konstantin Kaiser, Katja Rainer, Robert Schindel,
Elisabeth Stein; Moderation: Felix Wemheuer).
Dr. Felix Wemheuer ist Universitätsassistent am Institut für
Ostasienwissenschaften der Universität Wien. Er veröffentlichte 2010 eine
Biographie von Mao Zedong und ist Mitherausgeber von „Die Kulturrevolution
als Vorbild? Maoismen im deutschsprachigen Raum“ (Wien 2008).
Ganztägiges Symposium
Erinnerung an die Kulturrevolution und ihre internationalen Auswirkungen
(mit dem Institut für Ostasienwissenschaften/Sinologie der Universität Wien)
Dienstag, 31. Mai 2011, 10.00 – 17.30 Uhr, Museum für Völkerkunde
„Die Kulturrevolution gehört zu den wichtigsten Ereignissen in der
chinesischen Geschichte seit 1949. Auch wenn über sie bis heute in der
chinesischen Gesellschaft wenig gesprochen wird, ist sie im Gedächtnis der
Menschen tief verankert. … Die überlebenden Opfer der Kulturrevolution
fürchten, dass die damals üblichen Formen der politischen Auseinandersetzung
wieder aufleben könnten; die Täter von damals schlagen sich mit einem
schlechten Gewissen herum, versuchen sich unter die Opfer zu mischen und
konsumieren, um zu vergessen. … Die Kulturrevolution hat mehrere Millionen
Menschen in den Tod getrieben. Bis heute ist es nicht möglich, ihrer
öffentlich in Respekt und Empathie zu gedenken. … Die politische Führung der
Volksrepublik China ist sich mit einer Mehrheit der Bevölkerung darüber
einig, dass dieses dunkle Kapitel der Geschichte möglichst wenig
thematisiert werden sollte.“ (Susanne Weigelin-Schwiedrzik, im Katalog zur
Ausstellung „Die Kultur der Kulturrevolution“)
Programm des symposiums
10:00 Uhr: Eröffnung Univ.-Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Dekanin
der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
10:15 Uhr: Eröffnungsvortrag und Diskussion
Em. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz, Institut für Zeitgeschichte der
Universität Wien
Lange Schatten diktatorischer Vergangenheiten – Österreich ist kein
Einzelfall
11:00 Uhr: Kurzreferate und Diskussion: Die offizielle und inoffizielle
Aufarbeitung der „Kulturrevolution“ und der großen Hungersnot
Univ.-Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik: Die fragmentierte Erinnerung
an die Kulturrevolution – und der Umgang der KP Chinas damit
Univ.-Prof. Dr. Agnes Schick-Chen: Die Rehabilitierung von Opfern der
Kulturrevolution – ein erster Schritt der Vergangenheitsbewältigung?
Dr. Felix Wemheuer: Grabsteine – Neues zur Aufarbeitung der Hungersnot des
„Großen Sprungs nach vorne“
12:30 – 13:30 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr: Kurzreferate und Diskussion: Die „Kulturrevolution“ im Museum
Mag. Christopher Gan: Die Erinnerung an die „Kulturrevolution“ im virtuellen
Cultural Revolution Memorial
Dr. Helmut Opletal: Gedenkstätten und Museen der „Kulturrevolution“ im
heutigen China
Mag. Liu Shuangwen: Die Erinnerungskultur in China – der Aufruf des
Schriftsteller Ba Jin für ein „Museum der Kulturrevolution“
15:00 – 15:15 Uhr Kaffeepause
15:15 Kurzreferate und Diskussion: Lebensgeschichtliche Erinnerungen und
Literatur
Dr. Sascha Klotzbücher: Die transgenerationelle Verarbeitung der
„Kulturrevolution“
Dr. Lena Springer: Die „Kulturrevolution“ in unterschiedlichen
Lebensgeschichten – positive und negative Erinnerung
Univ.-Prof. Dr. Raoul Findeisen: Der graue literarische Untergrund der
Kulturrevolution – chaoben und huangpushi
16:45 Uhr: Schlussdiskussion (Ende des Symposiums: ca. 17:30 Uhr)
Der Eintritt ist frei. Für Kaffee, Getränke und einen Mittagssnack ist
gesorgt. Es besteht auch Gelegenheit, zu Mittag (bei freiem Eintritt) die
Ausstellung zu besichtigen!
Museum für Völkerkunde
Neue Burg
1010 Wien
--
Dr. Helmut Opletal
Institut für Ostasienwissenschaften (Sinologie)
Universität Wien
Spitalgasse 2, Hof 2, 1090 Wien, Austria
Tel.: (+43-1) 4277-43852; -43840 (Sekretariat)
helmut.opletal at univie.ac.at
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