SinoNet: GFA Consulting Group GmbH Tour de Forst (Tarife für Übersetzungen)

Gregor Kneussel gregor.kneussel at gmx.net
Fr Sep 24 07:54:14 CEST 2010


Liebe KollegInnen!

Hier sind aktuelle Tarife für Übersetzungen von Büchern aus dem 
Englischen ins Deutsche. Achtung: Berechnungsgrundlage sind Normseiten 
mit max. 60 Anschlägen pro Zeile und mit 30 Zeilen (wobei aber die 
Gesamtzahl der Anschläge nicht einfach durch 1800 dividiert werden darf; 
die deutsche Verwertungsgesellschaft Wort schlägt eine "vereinfachte 
Normseite" à 1500 Anschläge vor).

Nach Format:
Hardcover, "ernste" Literatur: 18-33 € pro Normseite
Taschenbuch, Krimi o.ä.: 13-15 €

Nach Genre:
Romane: € 17,50
Sachbücher: € 18,50
Kinder-/Jugendbücher: € 14,80

Bei Übersetzungen aus europäischen Sprachen gibt es Abstufungen:

Italienisch: ab 19 €
Französisch: 18-19 €
Spanisch, Portugiesisch: 18 €
Niederländisch: 18 €
Englisch: ca. 17 €
Russisch: 17-17,50 €
Skandinavische Sprachen: 17 €

Eine Kollegin merkte dazu an: "Die romanischen Sprachen sind in der 
Regel besser bezahlt, jedoch wird Englisch häufig verlangt, jedoch gibt 
es große Preisgefälle und damit verbunden auch große 
Qualitätsunterschiede und seriöse Auftraggeber wissen dies meist. 
Englisch könnte also auch bei 19€ pro NS liegen, je nachdem, wer 
Auftraggeber ist, wofür der Text verwendet wird (Rede in Brüssel oder 
Flugblatt für Iglo) und Textsorte." Chinesisch ist generell höher 
anzusetzen. Dazu kommen bei längeren Texten Rabatte und bei kürzeren 
Texten oder bei Zeitdruck Aufschläge.

In China wird in der Regel ein Tarif in Yuan pro tausend Schriftzeichen 
angegeben, d.h. keine Berechnung nach Normseiten. Für europäische 
Verhältnisse müsste man das umrechnen, evtl. nach Zielsprache.

Das Übersetzungsbüro Schael-Koyama beispielsweise bietet seinen Kunden 
Übersetzungen Chinesisch-Deutsch für umgerechnet € 112,50 pro Tausend 
Schriftzeichen.

Für Übersetzungsarbeiten in China ist typisch, dass ein Heer von z.T. 
völlig inkompetenten ÜbersetzerInnen nicht nur in die Muttersprache 
übersetzt, sondern auch in die Fremdsprache. Qualität ist daher ein 
großes Problem, das vor allem von sprachunkundigen AuftraggeberInnen 
z.T. überhaupt nicht wahrgenommen wird. Honorare für Übersetzungen 
Chinesisch-Deutsch in Beijing variieren in der Regel zwischen 100 und 
500 Yuan (€ 11-56) pro tausend Zeichen.

In der Industrie herrscht z.T. auch die Meinung, dass für den internen 
Gebrauch auch sprachlich mangelhafte Übersetzungen akzeptabel sind, 
solange sie inhaltlich korrekt und nachvollziehbar sind.

Auch mich würden die Erfahrungen anderer KollegInnen interessieren.

Herzliche Grüße
Gregor

Am 24.09.2010 01:55, schrieb Tanja Gruensteidl:
> Liebes Sinonet,
>
> ist wirklich eine gute Frage.
>
> Ok, als Studentin habe ich auch gejobbt, mündlich und schriftlich
> übersetzt, und das zu „Dumpingpreisen“ und auch kostenlos. Damals war
> die Verlockung groß einfach mal die Erfahrungen zu machen. Aber im
> Nachhinein gesehen ist das keinesfalls richtig. Auch mit wenig Erfahrung
> hat man doch ein gewisses Know How, sonst würde man ja den Job überhaupt
> nicht annehmen.
>
> Umso mehr wenn man ein abgeschlossenes Studium hat und sich auf die
> ersten Jobs konzentriert. Man sollte sich genau erkundigen was für
> Dolmetschen und auch für das schriftliche Übersetzen die generell
> üblichen Sätze sind !  Auch im Sinne unserer Kollegen.
>
> Kann mich erinnern, dass wir vor einigen Jahren im Sinonet schon mal
> eine ähnliche Diskussion hatten was man gerade so für das schriftliche
> Übersetzen bezahlt.
>
> Würde mich wirklich interessieren, was Ihr sonst so an Erfahrungen zu
> diesem Thema habt !
>
> Liebe Grüße,
>
> Tanja Grünsteidl
>
> *From:* sinonet-bounces at lists.univie.ac.at
> [mailto:sinonet-bounces at lists.univie.ac.at] *On Behalf Of *Stefan Mangold
> *Sent:* Dienstag, 21. September 2010 15:02
> *To:* Sinonet Mailinglist
> *Subject:* Re: SinoNet: FW: WG: GFA Consulting Group GmbH Tour de Forst
>
> Als kleiner Beitrag zu dieser Diskussion im Anhang ein Kostenvoranschlag
> aus dem Jahr 2008 von einem Übersetzungsbüro in München als Orientierung.
>
> Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Anfragen wie diese auf jeden Fall zu
> verhandeln sind (va. wenn es einem nicht vorrangig um die Erfahrung als
> Berufseinsteiger geht).
>
> Beste Grüße
> Stefan Mangold
>
> ------------------------------------------------------------------------
>
> From: taoyuan at web.de
> To: sinonet at lists.univie.ac.at
> Date: Tue, 21 Sep 2010 14:22:14 +0200
> Subject: Re: SinoNet: FW: WG: GFA Consulting Group GmbH Tour de Forst
>
> Liebes SinoNet,
>
> in einer anderen Mailingliste (für Übersetzer und Dolmetscher) hat
> letztens eine ganz ähnliche „Anfrage“ eine sehr interessante Diskussion
> ausgelöst. Mich würde mal interessieren, wie diese Anfrage hier so
> angenommen wird – da ja durchaus sprachlich geeignete Personen hier
> mitlesen, die sich aber eventuell nicht mit den Preisen auskennen, die
> für Dolmetschen normal gezahlt werden.
>
> Ein paar Reaktionen von meiner Seite: Die Anfrage ist lächerlich, und
> ich hoffe schwer, dass niemand sich bereit erklärt, sich für so einen
> Ausbeuterlohn ausnutzen zu lassen. Als ehemaliger Projektmanager kann
> ich mir gut vorstellen, wie viel Geld in eine solche Besucherreise
> fließt, und dass da grade mal 2000€ für einen Dolmetscher eingeplant
> sind, lässt darauf schließen, wie professionell der Veranstalter ist,
> bzw. in wessen Taschen das eigentliche Geld landet.
>
> Laut Honorarumfrage des BDÜ sind für Dolmetscheinsätze
> Chinesisch-Deutsch Tageshonorare von 450 Euro aufwärts (selbst bei
> einfachem Messedolmetschen mit niedrigem Fachanspruch, für
> Konferenzdolmetschen auch schon mal bis zu 800 Euro) normal, also
> mindestens das dreifache der angebotenen 160 Euro. Auch sind diese 450
> Euro für einen Tageseinsatz von 8 Stunden berechnet – bei Einsätzen von
> mehr als 8 Stunden wird in der Regel mehr als ein Dolmetscher eingesetzt.
>
> Das ganze mal durchgerechnet: Laut mitgeliefertem Plan beginnen die
> Tagesveranstaltungen gegen 8 Uhr morgens, also ist man als
> Betreuungsdolmetscher wohl mindestens ab 7 Uhr aktiv, und das Programm
> endet Abends mit einem Essen gegen 18:00, zu dem ja eventuell auch noch
> übersetzt werden muss, so dass man als Begleitübersetzer wohl erst gegen
> 20-21 Uhr abends zur Ruhe kommt – wenn man Glück hat. Also pro Tag ca.
> 14 Stunden Arbeit zu einem Lohn von 160 Euro. Damit kommt man auf einen
> Stundenlohn von 11,43 Euro. Ich bin mir nicht sicher, wie viel man
> inzwischen als Reinigungskraft verdient, aber ich denke doch, da gibt es
> auch stressfreiere Arten, Geld zu verdienen… Und wenn man einmal weiter
> nachdenkt, wenn man jetzt nicht grade noch Student ist, muss man
> natürlich davon noch mal einen guten Teil abziehen, für Steuern,
> Versicherungen, Betriebskosten usw. Die Vorbereitungszeit ist natürlich
> auch noch nicht eingerechnet, schließlich gehören Vorträge und
> Diskussionen zum Themen wie Forstplanung, Wasserschutz und
> Ressourcenmanagement wohl nicht im gängigen Alltagsvokabular eines
> durchschnittlichen Studenten.
>
> Aber würde mich mal interessieren, wie das sonst hier so gesehen wird…
> Vielleicht hat ja der eine oder andere auch schon Erfahrung mit solchen
> Aufträgen gemacht.
>
> Viele Grüße,
>
> Volker
>
> *Von:* sinonet-bounces at lists.univie.ac.at
> [mailto:sinonet-bounces at lists.univie.ac.at] *Im Auftrag von *Stefan Mangold
> *Gesendet:* Dienstag, 21. September 2010 12:38
> *An:* sinonet at lists.univie.ac.at
> *Betreff:* SinoNet: FW: WG: GFA Consulting Group GmbH Tour de Forst
>
>
> Liebe Kolleginnen und Kollegen,
>
>
> vielleicht ist das untenstehende Angebot für jemanden von Interesse.
>
>
> Beste Grüße
> Stefan Mangold
>
>
>
> _____________________________________________
>
>
> Fürdie Begleitung einer ca 15-köpfigen chinesischen Delegation aus
> Peking sucht die GFA dringend eine(n) Übersetzer(in).
> Die Person sollte Deutsch-Chinesisch (und andersrum) übersetzen können,
> und idealerweise einen fachlichen Forst-Hintergrund mitbringen.
> Sie/er bekäme für die komplette Tour*2.000,- € Honorar*(160 € + 40 €
> Verpflegung / Tag), Unterkunft im Hotel (Einzelzimmer) wird gestellt.
> Zeitraum*Fr, 8.- So, 17. Oktober 2010*
>
> Beginn & Ende in*Frankfurt/Main*(Rundreise von Frankfurt über Berlin,
> Rostock, Lübeck, Hamburg, Harz zurück nach Frankfurt).
> Weitere Details zu Programm und Zeitplan siehe Anlage.
> Rückfragen jederzeit an mich.
>
> Danke!
> Jeremy
> *_______________________________*
> Das Bild wurde vom Absender entfernt. ole0
> Jeremy M.B. Ferguson
> Consultant
> *GFA Consulting Group GmbH*
> Asia Department
> Eulenkrugstrasse 82
> 22359 Hamburg, Germany
> _www.gfa-group.de_
> +49 40 60306-362
> jeremy.ferguson at gfa-group.de
> <<Programm Tour de Forst.xls>>