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<body bgcolor="#FFFFFF" text="#000000">
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Liebe
Kolleginnen und Kollegen,</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"></span></p>
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<div class="pre" style="margin: 0; padding: 0; font-family:
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">eben
ist in Beijing die deutsche Übersetzung der <i>Aufzeichnungen
des Chronisten</i> (<i>Shǐjì</i> 史記) von Sīmǎ Qiān 司馬遷
erschienen, an der ich (mit einigen Unterbrechungen) mehrere
Jahre lang gearbeitet habe.</span></p>
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<div class="pre" style="margin: 0; padding: 0; font-family:
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Es
handelt sich um einen Klassiker der chinesischen Literatur
und Geschichtsschreibung, der in der frühen Hàn-Zeit
entstand. Sein Verfasser Sīmǎ Qiān (ca. 145–86 v. Chr.) war
Hofchronist und -astrologe gewesen, jedoch in Ungnade
gefallen und zur Strafe kastriert worden. Seine <i>Aufzeichnungen
</i>beginnen mit den mythischen Urkaisern im dritten
Jahrtausend v. Chr. und reichen bis in seine eigene Zeit.
Neben Herrscherbiografien enthalten sie auch Abhandlungen zu
Themen, die als essenziell für die Staatsführung galten
(Rituale, Musik, Kalenderwesen, Astronomie bzw. Astrologie,
Wasserbau und Landwirtschaft), Biografien bedeutender und
weniger bedeutender Persönlichkeiten (von Generälen,
Philosophen wie Konfuzius bis hin zu fahrenden Gauklern und
Mördern), sowie Beschreibungen der Nachbarvölker der Hàn.</span></p>
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die
<i>Aufzeichnungen des Chronisten</i> wurden zum Muster für
zwei Dutzend offizieller Dynastiegeschichten bis zum Sturz
des letzten Kaisers im Jahr 1911. Sie sind nicht nur ein
wichtiges historisches Zeugnis, sondern auch literarisches
und sprachlich-stilistisches Vorbild für das so genannte
„klassische Chinesisch“, die sprachliche Norm, die bis ins
20. Jahrhundert als Schriftsprache verwendet wurde.</span></p>
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<div class="pre" style="margin: 0; padding: 0; font-family:
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In
China selbst beschäftigen die <i>Aufzeichnungen</i> bis
heute zahlreiche Historiker_innen und Philolog_innen.
Abgesehen davon erfreuen sie sich auch in der breiten
Bevölkerung ungebrochener Beliebtheit und sind bis heute
eines der auflagenstärksten Bücher.</span></p>
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<div class="pre" style="margin: 0; padding: 0; font-family:
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Édouard
Chavannes veröffentlichte 1895 bis 1905 Übersetzungen eines
guten Teiles der <i>Aufzeichnungen des Chronisten</i> ins
Französische, Burton Watson 1961 und 1969 eine englische
Übersetzung einer Auswahl an Kapiteln, ebenso Yáng Xiànyì
杨宪益 und Gladys Yang 1974/1979. Besonders hervorzuheben ist
die vollständige russische Übersetzung von Rudol’f V.
Vjatkin; sie ist das Lebenswerk dieses sowjetischen
Sinologen und erschien in mehreren Bänden in den Jahren 1972
bis 1992.</span></p>
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auf
Deutsch lagen bis dato nur einzelne, verstreute Kapitel der
<i>Aufzeichnungen </i>vor. Der österreichische Sinologe
August Pfizmaier war vielleicht bis heute der produktivste
Übersetzer chinesischer Literatur in eine europäische
Sprache. Er publizierte bereits in den 1850er und 1860er
Jahren in den <i>Sitzungsberichten der Kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften</i> Übersetzungen einer ganzen
Reihe von Kapiteln aus den <i>Aufzeichnungen</i>, die
angesichts seiner Arbeitsbedingungen in Wien bemerkenswert,
aus späterer Sicht jedoch höchst unzureichend und zudem kaum
zugänglich sind. 1962 veröffentlichte der deutsche
Asienwissenschaftler Erich Haenisch Übersetzungen von vier
Kapitel aus den <i>Aufzeichnungen</i>.</span></p>
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<div class="pre" style="margin: 0; padding: 0; font-family:
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die
vorliegende Ausgabe soll die </span><span
style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><span
style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><i>Aufzeichnungen</i></span>
deutschsprachigen Leser_innen zugänglich machen, aber auch
Studierenden und Spezialist_innen dienen. Es handelt sich um
eine repräsentative Auswahl von 27 Kapiteln. Dem
Ausgangstext ist jeweils eine Übersetzung ins moderne
Chinesisch von Ān Píngqiū 安平秋 und eine Übersetzung ins
Deutsche von Gregor Kneussel (Bd. 1 und 2) und Alexander
Saechtig (Bd. 3) gegenübergestellt.<br>
<br>
Anmerkungen und Kritik sind selbstverständlich höchst
willkommen!<br>
</span> </p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">
Herzliche Grüße<br>
Gregor Kneussel</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">
Sīmǎ Qiān 司马迁: <em>Aus den Aufzeichnungen des Chronisten /
Shǐjì xuǎn</em> 《史记选》, 3 Bände. Deutsche Übersetzung: Bd.
1 und Bd. 2 von Gregor Kneussel, Bd. 3 von Alexander
Saechtig. Beijing: Verlag für fremdsprachige Literatur /
Wàiwén chūbǎnshè 外文出版社, 2016; 958 Seiten, Hardcover, ISBN
978-7-119-09676-6, ¥270 RMB (ca. €37). Erhältlich u.a. bei
Dangdang.com: <a
href="http://product.dangdang.com/23957669.html">product.dangdang.com/23957669.html</a></span></p>
<p> <span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"></span><span
style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"></span><span
style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"></span>
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