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<DIV>Liu Xiaobo, Bei Ling, Ai Weiwei & Co.:</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV><B>
<DIV><B>Im Gefängnis in China, auf der Flucht vor China, ohne
Rückkehrmöglichkeit nach China</B></DIV></B><BR></DIV>
<DIV><A
title="http://www.mqw.at/de/programm/detail/?event_id=6350&filter_keyword_ids=10
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href="http://www.mqw.at/de/programm/detail/?event_id=6350&filter_keyword_ids=10">Veranstaltung
der IG Autorinnen Autoren, quartier21/ MQ und österreichischer Sinolog/inn/en
mit Bei Ling am 12.4.2011 in Wien</DIV></A>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Das Vorgehen der chinesischen Behörden gegen Kritiker und Oppositionelle
hat einen neuen besorgniserregenden Höhepunkt erreicht. Künstler und
Intellektuelle, die in der Demokratiebewegung von 1989 mitgewirkt haben und nach
ihrer blutigen Niederschlagung der Verfolgung durch die Staatsmacht ausgesetzt
waren, sind neuerlich ins Visier der chinesischen Staatsschützer geraten.
Insbesondere diejenigen, von denen die chinesische Charta 08 für Freiheit und
Bürgerrechte ausgeht und unterzeichnet wurde. Nun ist auch der Künstler Ai
Weiwei, der heuer bei den Bregenzer Festspielen ausstellen sollte, verhaftet
worden und verschwunden, für den sich nun aber doch etliche Regierungsvertreter
und Politiker der EU und USA einsetzen, während der erst vor wenigen Monaten mit
dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Bürgerrechtler Liu Xiaobo schon nach
kurzer Zeit in seiner rund ein Jahrzehnt andauernden Gefängnisstrafe der
Vergessenheit anheimzufallen droht. </DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Obwohl sich China nach außen hin immer westlicher präsentiert, fährt es im
Inneren einen immer rigideren Kurs. Das Zeitfenster seiner kulturellen
Präsentation als Gastland bei der Frankfurter Buchmesse 2009, wo es immerhin
gelang, auch von offiziellen Vorstellungen abweichende Vertreter der Kultur
Chinas mit einzubeziehen und einen Autor wie Liao Yiwu („Fräulein Hallo und der
Bauernkaiser“) wenigstens ein Jahr später zu empfangen, ist wieder geschlossen.
Bei Ling, ein weiterer, der nicht-offiziellen literarischen Vertreter des
Auftritts Chinas bei der Frankfurter Buchmesse 2009, der seit 2000 in den USA
und in Taiwan im Exil lebende Lyriker, Zeitschriftenherausgeber und Biograph des
Friedensnobelpreisträgers 2010 Liu Xiaobo ist nun zur Vorstellung seiner Liu
Xiaobo-Biographie für einige Tage in Wien. </DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Bei Ling ist nicht nur als selbst Betroffener mit den Verhältnissen in
China im Umgang der Staatsführung mit abweichendem Verhalten eng vertraut, er
stand und steht auch mit zahlreichen Akteuren der Demokratiebewegung in
Verbindung. Zum Unterschied zu Liu Xiaobo gelang es 2000 auf Betreiben seiner
Schriftstellerkolleg/inn/en, darunter Günter Grass und Susan Sontag, Bei Ling
wieder freizubekommen. </DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Die IG Autorinnen Autoren freut sich, gemeinsam mit dem quartier21/ MQ und
österreichischen Sinologen zur Buchpräsentation und chinesisch-deutschsprachigen
Lesung von Gedichten des Friedensnobelpreisträgers 2010 Liu Xiaobo (von 2010 an
für rund zehn Jahre in Haft) an seine Frau Liu Xia und seiner Frau (seit Oktober
2010 unter Hausarrest) an ihn, von Gedichten Bei Lings und aus der Biographie
von Bei Ling über Lia Xiaobo einladen zu können. Die genauen Daten der
Veranstaltung sind:</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV><B><A
href="http://programm.mqw.at/programmdatenbank/index.php?result_page=1&tmp=q21-det&TID=6350">12.4.2011,
19 Uhr, Raum D / quartier21 / MQ</B></DIV></A>
<DIV>Quartier für Digitale Kultur, 1070 Wien, Museumsplatz 1 </DIV>
<DIV>Eine Gemeinschaftsveranstaltung von IG Autorinnen Autoren, quartier21/ MQ
und österreichischer Sinolog/inn/en</DIV>
<DIV><FONT size=2></FONT><BR><A
title="http://programm.mqw.at/programmdatenbank/index.php?result_page=1&tmp=q21-det&TID=6350
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<P class=MsoNormal><SPAN
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CTRL + Click to follow link"
href="http://www.mqw.at/de/programm/detail/?event_id=6350&filter_keyword_ids=10">http://www.mqw.at/de/programm/detail/?event_id=6350&filter_keyword_ids=10</A><o:p></o:p></SPAN></P></DIV>
<DIV><B><A
href="http://www.mqw.at/de/programm/detail/?event_id=6350&filter_keyword_ids=10">Lesung,
Buchpräsentation mit Bei Ling</A></B></DIV>
<DIV> </DIV>
<DIV>Gedichte von Liu Xiaobo und Liu Xia aus zwei Jahrzehnten (Übersetzung:
Angelika Burgsteiner und Martin Winter)</DIV>
<DIV>Auszüge aus Essays von Bei Ling und aus der Biografie von Liu Xiaobo („Der
Freiheit geopfert“, Riva Verlag, München 2011)</DIV>
<DIV>Gedichte von Bei Ling</DIV>
<DIV> </DIV>
<DIV>Es lesen Bei Ling (chinesische Originale) und Gerhard Ruiss
(deutschsprachige Übersetzungen), verbindende Worte und Übersetzungen: Martin
Winter</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Der Versuch der Überwindung von Zeit und Raum ist für Bei Ling seit mehr
als einem Jahrzehnt bittere Realität. Bei Ling war wegen Herausgabe einer
Literaturzeitschrift selbst in Haft, wurde auf internationalen Druck wieder
freigelassen und aus China ausgewiesen. Seither lebt er im Exil: „Es gibt keine
Wahl mehr. Das Blut vieler junger Menschen, Xiaobo im Gefängnis - es wird mich
verfolgen, es wird mein Verhalten bestimmen, auch das, was ich schreibe“,
formulierte Bei Ling vor 22 Jahren als er erfuhr, daß sein Freund Liu Xiaobo
nach dem Massaker vom 4. Juni 1989 verhaftet worden war - und er scheint recht
zu behalten.</DIV>
<DIV> </DIV>
<DIV>Nicht nur Ai Weiwei ist von der aktuellen Verhaftungswelle betroffen, schon
vorher wurden andere Künstler wie Wu Yuren, Blogger wie Ran Yunfei oder
Menschenrechtsanwälte wie Teng Biao festgenommen. Der vorher mehrfach
inhaftierte und gefolterte Anwalt Gao Zhisheng ist seit Jahren verschwunden.
Viele stehen unter Hausarrest und werden abgeschirmt, in letzter Zeit verschärft
auch Liu Xia, die Frau von Liu Xiaobo. Seit Oktober durfte niemand mehr Liu
Xiaobo besuchen, auch seine Frau nicht. Falls der Bruder oder die Eltern doch
einmal die Erlaubnis dazu bekamen, dann abgeschirmt, unter Geheimhaltung, jeder
Kontakt von Liu Xiaobo zur Außenwelt wird strengstens verhindert.</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Liu Xianbin, der eine Oppositionspartei gründen wollte, wurde letzte Woche
wegen Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt neuerlich verurteilt, wie Liu
Xiaobo zu zehn Jahren. Sein gesamtes Strafausmaß seit 1989 beträgt 25 1/2 Jahre.
Liu Xianbin kam 2008 frei, unterschrieb die Charta 08 und wurde 2009 wieder
verhaftet. Er hat eine Tochter im Teenager-Alter, die ihren Vater hauptsächlich
aus Besuchen im Gefängnis kennt. </DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Der Dichter Liao Yiwu, der 1989 wegen einer Radioausstrahlung seines
Gedichts „Massaker“ ins Gefängnis kam, die 1990er Jahre hauptsächlich in Lagern
verbrachte, dort viel Stoff für Reportagen und Erzählungen fand, die auch ins
Deutsche übersetzt wurden, durfte, nachdem sich sogar die deutsche
Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihn einsetzte, im Herbst 2010 erstmals ins
Ausland reisen. Im Herbst 2010 war er in Deutschland, dann fuhr er zurück nach
Sichuan. Sofort wurde er wieder überwacht, öfter zur Polizei beordert usw. Heuer
im März hätte er in die USA zu einer Lesereise aufbrechen sollen und durfte ein
weiteres Mal nicht ausreisen. Auch eine Lesereise nach Australien, wo er
dasselbe Buch vorstellen sollte, wird er nicht antreten können. Seit den 1990er
Jahren wurde er 16mal in verschiedene Länder zu Veranstaltungen eingeladen, ein
einziges Mal durfte er bisher diese Einladungen wahrnehmen, 15mal nicht. Liao
Yiwu ist bei weitem nicht das einzige Beispiel, auch der Dichter Bai Hua durfte
lange Zeit ebenfalls China nicht verlassen.</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Liu Xiaobo, Ai Weiwei und Bei Ling kennen einander seit den 80er Jahren.
Alle Künstler, Musiker, Schriftsteller und andere, die jetzt über 30 sind, sind
durch die Proteste und das Massaker von 1989 miteinander verbunden, auch wenn
sie künstlerisch, intellektuell oder politisch mitunter überhaupt nicht
übereinstimmen. Die Dissidenten, auch im Ausland, sind sich über die Rollen der
jeweils anderen teilweise sehr uneinig. So wird Liu Xiaobo z.B. von manchen als
ungeeignet angesehen, Arbeiter und Arbeitsmigrant/inn/en zu vertreten, die in
den letzten Jahren mit Streiks, Selbstmorden und unfreiwillig auch durch die
vielen Arbeitsunfälle in den großen Fabriken in den Industriestädten um Kanton
und anderswo von sich reden gemacht haben. Aber auch in dieser Richtung gibt es
eine literarisch-politische Verbindung: die 2003/2004 bekannt gewordene
Arbeitsmigrantin und Dichterin Zheng Xiaoqiong, die 2009 eine Auswahl ihrer
Gedichte in Taiwan veröffentlichte, in einer Serie, in der auch Gedichte der
tibetischen Schriftstellerin Woeser erschienen.</DIV>
<DIV><FONT size=2></FONT> </DIV>
<DIV>Weitere Informationen Martin Winter: <A
href="http://erguotou.wordpress.com">http://erguotou.wordpress.com</A>/</DIV>
<DIV><BR></DIV>
<DIV>Mit freundlichen Grüßen</DIV>
<DIV>Gerhard Ruiss</DIV>
<DIV>IG Autorinnen Autoren</DIV>
<DIV>Wien, 6.4.2011</DIV>
<DIV><BR></DIV></BODY></HTML>