<br><font size=2 face="sans-serif">Lieber Helmut Opletal,</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">wenn ich die Diskussionsbeitraege lese,
reissts mich genauso wie den Helmut Opletal. Dem ich uebrigens voll zustimme
(so gehts wirklich nicht, Justizwillkuer bleibt eine solche ist dementsprechend
scharf zu verurteilen). Hier wird munter drauf los instrumentalisiert,
und das sollte man rechtzeitig merken und sich nicht gefallen lassen. Von
keiner Seite. &nbsp;Es werden naemlich zwei Dinge, die nur sehr bedingt
miteinander zu tun haben, vermengt, was eine sachliche Diskussion erschwert
bzw. sogar unmoeglich macht. Dem &nbsp;Aufschrei, dass man doch so mit
einem inhaftierten Menschenrechtsaktivisten nicht umgehen kann, ist vorbehaltlos
zuzustimmen. </font>
<br><font size=2 face="sans-serif">Davon sauber getrennt zu diskutieren
ist jedoch, ob Liu aufgrund seiner Ansichten und Thesen, oder, um in der
Diktion zu bleiben, &quot;politischen&quot; Ansichten, den Nobelpreis verdient
hat oder nicht. Nur ist dies eine ganz andere Diskussion. Die an Liu begangene
Justizwillkuer scharf zu kritisieren, heisst noch lange nicht, dass man
seine Weltsicht teilt oder seine Rezepte fuer China fuer richtig haelt.
Seine Thesen nicht zu teilen heisst noch lange nicht, dass man seine Inhaftierung
fuer akzeptabel haelt. </font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Was diese Diskussion eben so ungemuetlich
macht. Man kommt naemlich sehr schnell ins falsche Eck. Was Robert Fitzthum
offenbar passiert ist. Auch wenn die lauwarme Ablehnung der Infhaftierung
ein bissl patschert ist (weil man in diesem Fall eben scharf und nicht
lauwarm verurteilen muss), eine sachliche Diskussion zu Lius Thesen muss
erlaubt sein. Immerhin ist er jetzt Nobelpreistraeger, sich mit seinen
Thesen sachlich auseinander zu setzen ist also durchaus legitim. Da hat
der R. Fitzthum schon recht. Nur ist die SCMP-Polemik nicht sachlich.</font>
<br><font size=2 face="sans-serif">Wenn man es nun unvoreingenommen versucht,
dann kommt man vielleicht zur Ansicht, dass der Nobelpreis hier eher politisch,
dh. gegen China, nicht fuer Liu, vergeben wurde. Was das offizielle China
nicht ganz zu Unrecht kritisiert, das Nobelpreiskommittee ist hier Wiederholungstaeter
(oder will mir jemand einreden, dass der letzte chin. Literaturnobelpreis
fuer grosse Literatur vergeben wurde ? Ich empfehle die Lektuere des Buches
im Original). Dass Interventionen gegen eine Verleihung an Liu eben diese
geradezu herausgefordert haben, hat man sich freilich selber zuzuschreiben.</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Die Auesserung Lius, dass China 300
Jahre Kolonialisierung brauche, stammt zwar aus 1988, er hat sie aber nie
zurueckgenommen oder relativiert, im Gegenteil, und es passt durchaus zu
seiner eher unkritischen Rezeption des &quot;westlichen&quot; politischen
Wertesystems. Das einfach als Metapher abzutun greift vielleicht doch ein
bisschen zu kurz: die Konnotation die &quot;Kolonalisierung&quot; in China
hat (man denke nur an an die zweite Haelfte des 19ten und die 20er und
30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts), kann man nicht einfach ausser Acht
lassen. So etwas geht in China nicht einmal als Metapher durch. Zur Veranschaulichung
der heimische Kontext: geht &quot;ordentliche Beschaeftigungspolitik&quot;
als Metapher, die man nicht zu ernst nehmen sollte, durch ? Wohl eher nicht.
Eher ganz heftig nicht. </font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">H. Opletal fordert ein sachliche Debatte
zu Modernisierung und gerechter Gesellschaftsordnung ueber Inhalte und
nicht auf Lius Ruecken. Da bin ich bei ihm. Diese Diskussion ist zu fuehren,
und zwar mit Argumenten, nicht mit Polemik a la SCMP. Ein zaghafter Versuch
in diese Richtung: der Vorschlag der Einfuehrung einer Demokratie rein
westlichen Musters in China ist, fuerchte ich, mit etwas Vorsicht zu geniessen:
in Russland ging das naemlich unklusive Privatisierung ziemlich schief,
und Russland hat sicher mehr westlich-demokratische Tradition als China.
Damit ich hier nicht ins falsche Eck gestellt werde: ich bin ein heftiger
Verfechter von Demokratie und die von Liu kritisierten Zustaende in China
sind in der Tat alles andere als lustig. Ich lebe seit fast 20 Jahren hier
und koennte noch einige hinzufuegen, die Liu vielleicht nicht einmal kennt
(er leitet naemlich keine Firma in China). Ob seine Rezepte dagegen allerdings
praxistauglich (bzw. preiswuerdig) waeren, muss offen fuer eine Diskussion
sein. </font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Der Anmerkung, dass Lius Thesen &quot;hier&quot;,
ich vermute, R. Fitzthum meint China, nicht mehrheitsfaehig sind, wuerde
ich zustimmen. Ich habe mehrere Chinesen in meinem Umfeld befragt (und
da sind auch Teilnehmer vom Tiananmen 89 darunter): mit dem Vorschlag der
Kolonialisierung &nbsp;koennen die ebensowenig anfangen wie mit der unkritischen
Propagierung des westlichen, sprich amerikanischen, politischen Systems.
Wir sind eben in China, nicht in Amerika oder Europa, mit einer ganz anderen
Historie und ganz anderen Voraussetzungen. Wie man in Russland gesehen
hat, kann man Systeme nicht einfach kopieren. In grossen Laendern mit langer
Geschichte schon gar nicht. Da braucht es genuine, vielleicht sogar gaenzlich
neue Konzepte (fuer deren Erfinden eine Nobelpreisverleihung dann tatsaechlich
mehr als gerechtfertigt waere, aber hier scheitert der diesjaehrige Nobelpreistraeger
bzw. er versucht es nicht einmal). So polemisch (und das geht in der Tat
nicht, denn Liu sitzt im Gefaengnis und kann sich nicht einmal wehren)
die beiden SCMP-Autoren das auch darstellen (man sei Menschrechtsaktivist,
prowestlich, antikommunistisch und im Gefaengnis und die Chancen auf den
Nobelpreis steigen dramatisch), &quot;bu yi yan fei yi&quot;: ob simples
Kopieren des westlichen politischen Systems fuer China vorzuschlagen als
Qualifikation zum Nobelpreis reicht, das zu hinterfragen sollte zumindest
erlaubt sein. </font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Die Perfidie in der Methode liegt hier
leider auf beiden Seiten: wenn man sich Lius Thesen genauer anschaut, kann
man sich des Eindrucks der politischen Vergabe eben nicht erwehren: die
Verleihung des Preises an Liu fuer die Forderung China zu verwestlichen
kann man mir nicht als unpolitisch verkaufen. Da Liu aber ein im Gefaengnis
sitzender und, wie ich meine, persoenlich sehr integerer Menschenrechtsaktivist
ist, kann man der &quot;Schubladisierung&quot; nicht entkommen: Zustimmung
zur Preisverleihung wird als Ablehnung der an Liu begangenen Justizwillkuer
eingefordert &nbsp;und somit umfunktioniert zur impliziten, unspezifischen
&nbsp;Verurteilung und Ablehnung des ganzen offiziellen China. Diese Methode
ist in der Tat perfide denn so einfach ist es dann nun auch wieder nicht.
Ob man Chinas gegenwaertiges politisches System per se ablehnt oder die
Leistungen der letzten 32 Jahre anerkennt und die zu kritisierenden Zustaende
wie etwa Justizwillkuer aber trotzdem, oder sogar gerade deswegen (weil
man hofft etwas zu verbessern) heftig kritisiert, das ist halt ein ganz
anderer Standpunkt und eine ganz andere Diskussion.</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Und genau so funktioniert es nicht minder
perfide auch umgekehrt: erlaubt man sich Kritik an Lius Thesen wandert
man rasch und beinahe reflexhaft in die Schublade der Zustimmung zu Lius
Inhaftierung und all der anderen in China zu kritisierenden Umstaende (wie
bei R. Fitzthum passiert). Oder, ebenfalls unzulaessig, von chinesischer
Seite praktiziert: Lius Preisvergabe muss man ablehnen, sonst ist man gegen
China und verunglimpft das chin. Justizsystem.</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">Um dem zu entgehen, ist, wie schon oben
ausgefuehrt, sehr scharf zwischen diesen beiden Diskussionen zu trennen.
Wer hier &quot;lauwarm&quot; agiert, wandert flugs in die entsprechende
Schublade. Wodurch sich dann jede sachliche Diskussion (sic !) eruebrigt.
</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">A.W.</font>
<br>
<br><font size=2 face="sans-serif">&nbsp; </font>
<br>
<br>
<br>
<table width=100%>
<tr valign=top>
<td width=40%><font size=1 face="sans-serif"><b>Helmut.Opletal@aon.at</b>
</font>
<br><font size=1 face="sans-serif">Sent by: sinonet-bounces@lists.univie.ac.at</font>
<p><font size=1 face="sans-serif">10/14/2010 01:11 AM</font>
<td width=59%>
<table width=100%>
<tr valign=top>
<td>
<div align=right><font size=1 face="sans-serif">To</font></div>
<td><font size=1 face="sans-serif">fredakk@yahoo.com, helmut.opletal@univie.ac.at,
robert.fitzthum@rfmc.at</font>
<tr valign=top>
<td>
<div align=right><font size=1 face="sans-serif">cc</font></div>
<td><font size=1 face="sans-serif">sinonet@lists.univie.ac.at</font>
<tr valign=top>
<td>
<div align=right><font size=1 face="sans-serif">Subject</font></div>
<td><font size=1 face="sans-serif">Re: SinoNet: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Liu
Xiaobo, Ai Weiwei für ein anderes China (Entschuldigung)</font></table>
<br>
<table>
<tr valign=top>
<td>
<td></table>
<br></table>
<br>
<br>
<br><font size=2 face="Arial">Lieber Robert, liebe Mitdiskutanten!</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">1) Sachliche Diskussion? Ich habe geantwortet
auf eine sehr unsachliche Diskussion, die hier angezettelt worden ist,
auf den Versuch, ein Opfer der Justizwillkür mit Häme und Spott runterzumachen
(dies geschah vor allem durch den Verweis auf den bösartigen Artikel von
Sautman/Yan – s. „Ig Nobelpreis“).</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">2) Zu sagen „die Ablehnung der Verurteilung
steht ja doch außer Streit“ reicht mir da nicht aus, wenn ich gleichzeitig
sehr wohl das Opfer denunziere.</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">3) „Neoliberal“ war in diesem Kontext und
in den zynischen Formulierungen von Georg Kneussl eindeutig als Denunzierung
und Schimpfwort zu verstehen, auch „politische Ansichten …, die man hier
in weiten Kreisen eher ablehnen würde“ (wer? welche? warum?), klingt mehr
nach „pfui“ als nach sachlicher Diskussion. </font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">4) Dass Lius Wunsch nach „300 Jahren Kolonisierung“
nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern als rhetorische Metapher, ist selbst
aus dem verkürzten Zitat klar. Und wenn wir schon bei westlichem/europäischem
Gedankengut sind: Was ist mit Marx, Engels, Lenin, Stalin? Wo kommt denn
das her? Also eine Debatte über Modernisierung, gerechte Gesellschaftsordnung
etc. (in China oder anderswo) ist sicher über Inhalte zu führen, nicht
über die geografische Herkunft von Ideen, und schon gar nicht auf dem Rücken
von für ihre Meinung eingekerkerten Bürgerrechtlern. &nbsp;&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">5) Bleibt die Frage: Wie haltet Ihr es mit
der Solidarität mit jemandem, dessen Grundrechte gröbest verletzt werden
(auch wenn er in einigen Fragen Meinungen geäußert hat, die von Euren abweichen)?</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">Grüße, Helmut</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 color=#000080 face="Arial">&nbsp;</font>
<br><font size=2 color=#000080 face="Arial"><b>Dr. Helmut Opletal</b></font><font size=3 color=#000080 face="Arial"><br>
Traungasse 7/11 </font>
<br><font size=3 color=#000080 face="Arial">1030 Wien, Austria</font>
<br><font size=3 color=#000080 face="Arial">Tel.: 01-7151364 &nbsp;</font>
<br><font size=3 color=#000080 face="Arial">Mobil: 0676-6038512</font>
<br><a href=mailto:helmut.opletal@aon.at><font size=3 color=blue face="Arial"><u>helmut.opletal@aon.at</u></font></a><font size=3 color=#000080 face="Arial">
&nbsp;</font>
<div align=center>
<br>
<hr></div>
<br><font size=2 face="Tahoma"><b>Von:</b> sinonet-bounces@lists.univie.ac.at
[mailto:sinonet-bounces@lists.univie.ac.at] <b>Im Auftrag von </b>Kim Kwok<b><br>
Gesendet:</b> Mittwoch, 13. Oktober 2010 16:11<b><br>
An:</b> helmut.opletal@univie.ac.at; Robert Fitzthum<b><br>
Cc:</b> sinonet@lists.univie.ac.at<b><br>
Betreff:</b> Re: SinoNet: Liu Xiaobo, Ai Weiwei für ein anderes China (Entschuldigung)</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p>
<table>
<tr valign=top>
<td><font size=3 face="SimSun">这里的讨论很有意思,有些话很想说。</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">每个人都有盲点。在中国的人向往他们心目中</font><font size=3 face="Times New Roman">&quot;</font><font size=3 face="SimSun">美好</font><font size=3 face="Times New Roman">&quot;</font><font size=3 face="SimSun">的西方,在西方的人向往他们心目中</font><font size=3 face="Times New Roman">
&quot;</font><font size=3 face="SimSun">纯洁</font><font size=3 face="Times New Roman">&quot;</font><font size=3 face="SimSun">的东方。大家各有各的想象,</font><font size=3 face="Times New Roman">
</font><font size=3 face="SimSun">也各有各看不清的地方。</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">刘晓波向往殖民统治,是已经不合时宜也很盲目,这话即使今天在香港也会被批评。</font><font size=3 face="Times New Roman">
</font><font size=3 face="SimSun">我不了解他这种想法的背景,</font><font size=3 face="Times New Roman">
</font><font size=3 face="SimSun">有待再探索。</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">然而,</font><font size=3 face="Times New Roman">
</font><font size=3 face="SimSun">是不是因为他的这些想法和言论,</font><font size=3 face="Times New Roman">
</font><font size=3 face="SimSun">就要否定他所做的事情呢</font><font size=3 face="Times New Roman">?
</font><font size=3 face="SimSun">是不是他向往民主和自由就被扣帽子</font><font size=3 face="Times New Roman">&quot;neoliberal&quot;?
(</font><font size=3 face="SimSun">这里还真要弄清楚是指</font><font size=3 face="Times New Roman">neoliberal
</font><font size=3 face="SimSun">还是</font><font size=3 face="Times New Roman">new
liberal) &nbsp;</font><font size=3 face="SimSun">首先,我不认为诺贝尔奖的评选就代表至高无上的道德标准。得了奖,是一种的鼓励和肯定,得不到,我认为刘晓波的价值也没有因此而降低。</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">所有诺贝尔奖的获奖人都要面对各种各样的评论,是谄媚还是陷害,还是要留待历史去评价。</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">郭俭</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="SimSun">香港</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman"><br>
<br>
--- On <b>Wed, 13/10/10, Robert Fitzthum <i>&lt;robert.fitzthum@rfmc.at&gt;</i></b>
wrote:</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman"><br>
From: Robert Fitzthum &lt;robert.fitzthum@rfmc.at&gt;<br>
Subject: Re: SinoNet: Liu Xiaobo, Ai Weiwei für ein anderes China (Entschuldigung)<br>
To: helmut.opletal@univie.ac.at<br>
Cc: sinonet@lists.univie.ac.at<br>
Date: Wednesday, 13 October, 2010, 8:14 PM</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">Lieber Helmut Opletal,</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">ich denke, auch politische Angelegenheiten
sollte man sachlich diskutieren können.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Die Ablehnung einer Verurteilung
steht ja doch außer Streit.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Interessant war der Beitrag von
Herrn Kneussel allemal, da er zeigte, dass Liu politische Ansichten vertritt,
die man hier in weiten Kreisen eher ablehnen würde. Welche Folgen es für
China und die Welt haben könnte, wenn sich seine Meinung politisch durchsetzen
würde, ist ja auch ein interessanter Themenkreis.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Interessant auch das Kurier Interview
von </font><a href=http://kurier.at/nachrichten/2039723.php target=_blank><font size=3 color=blue face="Times New Roman"><u>Fr.
Prof. Weigelin-Schwiedrzik</u></font></a><font size=3 face="Times New Roman">.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Zusätzliche Information zu erhalten
und Diskussion ist ja wohl der Zweck solcher Netzwerke. </font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Mit besten Grüßen</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Robert Fitzthum</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">-----Ursprüngliche Nachricht-----<br>
Von: sinonet-bounces@lists.univie.ac.at [mailto:sinonet-bounces@lists.univie.ac.at]
Im Auftrag von Helmut Opletal<br>
Gesendet: Mittwoch, 13. Oktober 2010 13:14<br>
An: Gregor Kneussel<br>
Cc: sinonet@lists.univie.ac.at<br>
Betreff: SinoNet: Re: Liu Xiaobo, Ai Weiwei für ein anderes China (Entschuldigung)</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Lieber Mitdiskutierende, auch wenn
da offenbar manches nicht für die</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Allgemeinheit gedacht war, mir platzt
trotzdem der Kragen!</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Meint Ihr das ernst und seid Ihr
wirklich von allen guten Geistern</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">verlassen? Merkt Ihr eigentlich,
wessen Spiel Ihr da spielt?</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Hier ist ein chinesischer Bürgerrechtsaktivist,
an dem ein ziemlich</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">perfides Exempel statuiert wurde,
der für Meinungsäußerungen und</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">zivilgesellschaftliche Aktivitäten,
die auch Ihr (so hoffe ich) für</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">selbstverständlich in einer aufgeklärten
Gesellschaft haltet, zu elf</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Jahren Kerker verknackt wurde, stellvertretend
für 300 weitere</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Unterzeichner der Charta08, an die
man sich – aus Angst vor</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Solidarisierungen – nicht gleich
so radikal zu vergreifen wagte. Und Euch</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">fällt nichts besseres ein, als ihm
das Etikett „neoliberal“ auf die Stirn</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">zu picken und eine aus dem Kontext
gerissene Aussage aus dem Jahr 1988 (!)</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">hervorzukramen, um ihn im Stil der
kulturrevolutionären Rotgardisten zu</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">denunzieren.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Was wollt Ihr damit eigentlich suggerieren?
Dass er zu Recht verurteilt</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">worden ist? Dass es mit „Neoliberalen“
(was immer Ihr darunter versteht),</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">mit Chinesen, die am westlichen
Gesellschaftsmodell was Gutes finden, oder</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">meinetwegen auch die US-Intervention
im Irak gutgeheißen haben, keine</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Solidarität in Bezug auf grundlegende
Menschenrechte geben kann?</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Man mag sicher über einzelne Ansichten
von Liu und anderen chinesischen</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Dissidenten diskutieren (und das
geschieht ja auch zwischen den</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">unterschiedlichen Vertretern der
chinesischen Bürgerrechtsbewegung), man</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">mag auch debattieren, ob ihm wirklich
der Nobelpreis gebührt. Aber</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">jemandem, der von einem Unrechtsregime
und einer Unrechtsjustiz derart</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">menschenverachtend behandelt wird,
auch noch Spott und Hohn nachzuschicken</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">(wie es Sautman and Yan in dem zitierten
Artikel tun!), halte ich für</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">einigermaßen unwürdig.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">In diesem Sinne, grüßt euch Helmut
Opletal</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">On Mi, 13.10.2010, 05:09, Gregor
Kneussel wrote:</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Verzeihung – das hätte nicht
an die Liste gehen sollen, sondern nur an</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Martin. Und bitte auch den
Tippfehler zu entschuldigen (Li/Liu).</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Gregor</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; -------- Original-Nachricht
--------</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Betreff: Re: SinoNet: Liu Xiaobo,
Ai Weiwei für ein anderes China</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Datum: Wed, 13 Oct 2010 10:09:48
+0800</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Von: Gregor Kneussel &lt;gregor.kneussel@gmx.net&gt;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; An: SinoNet@lists.univie.ac.at</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Gratuliere!</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Untenstehend ein etwas anderer
Blickwinkel von Sautman und Yan, dem ich</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; noch hinzufügen würde, dass
Li Xiaobo (als konsequenter Neoliberaler und</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; mutiger Verfechter der zivilisatorischen
Mission des Westens) ein</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; begeisterter Unterstützer des
Angriffs der USA auf den Irak war und ist.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Natürlich sollte er dafür nicht
im Gefängnis sitzen; dass er im</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Gefängnis sitzt, enthebt seine
Ansichten jedoch nicht jeglicher Kritik.</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Herzliche Grüße</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; Gregor</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; _______________________________________________</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; SinoNet mailing list</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; SinoNet@lists.univie.ac.at</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/sinonet</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&gt; &nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">-- </font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Dr. Helmut Opletal</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Institut für Ostasienwissenschaften
(Sinologie)</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Universität Wien</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Spitalgasse 2, Hof 2, 1090 Wien,
Austria</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">Tel.: (+43-1) 4277-43852; -43840
(Sekretariat)</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">helmut.opletal@univie.ac.at</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">_______________________________________________</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">SinoNet mailing list</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">SinoNet@lists.univie.ac.at</font>
<p><font size=3 face="Times New Roman">https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/sinonet</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman"><br>
-----Inline Attachment Follows-----</font>
<br><font size=3 face="Times New Roman">_______________________________________________<br>
SinoNet mailing list</font><font size=3 color=blue face="Times New Roman"><u><br>
</u></font><a href="http://aa.mc431.mail.yahoo.com/mc/compose?to=SinoNet@lists.univie.ac.at"><font size=3 color=blue face="Times New Roman"><u>SinoNet@lists.univie.ac.at</u></font></a><font size=3 color=blue face="Times New Roman"><u><br>
</u></font><a href=https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/sinonet target=_blank><font size=3 color=blue face="Times New Roman"><u>https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/sinonet</u></font></a></table>
<br><font size=3 face="Times New Roman">&nbsp;</font><tt><font size=2>_______________________________________________<br>
SinoNet mailing list<br>
SinoNet@lists.univie.ac.at<br>
https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/sinonet<br>
</font></tt>
<br><font size=3 face="sans-serif"><br>
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