SinoNet: Vortrag von Helmut Peters, 16. Juni

Gregor Kneussel gregor.kneussel at gmx.net
Do Jun 10 02:58:04 CEST 2010


-------- Original-Nachricht --------
Betreff: 	Einladung Mittwoch, 16. Juni
Datum: 	Tue, 8 Jun 2010 16:33:01 +0200
Von: 	Peter Fleissner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Herzliche Einladung zum Vortrag von

*Helmut Peters <http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Peters>**: *

*CHINA zwischen Gestern und Morgen - Auf der Suche nach der Furt
<http://peter.fleissner.org/Transform/Peters.pdf>**
*Mittwoch, 16. Juni, 19.30 Uhr
7-STERN, Siebensterngasse 31, 1070, Wien
Moderation der Diskussion:* Josef Baum__*

Ausserdem möchten wir Sie/Dich auf eine *Petition *(siehe
http://www.belomonte.org/petition/de/) von Ingrid Ungersböck
(Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Wien) und Gustav Krammer (Pax
Christi Burgenland) gegen einen Staudamm in Xingu, Brasilien, aufmerksam
machen und bitten um Unterstützung (siehe unten).

Überdies lade ich Sie/Dich wie immer zu einem Besuch der homepage von
transform!at (http://transform.or.at) mit neuen Beiträgen ein.

Bis bald

Peter Fleissner

Für den Vorstand von transform!at

**********************************

Liebe KAB-Freunde und Freundinnen!

Gestern habe ich von einem mir gut bekannten ehemaligen
Entwicklungshelfer aus Brasilien, Gustav Krammer (er hat mit Bischof
Erwin Kräutler zusammengearbeitet), folgende Bitte erhalten, die ich
gerne an euch weitergeben möchte: "Bitte dich um deine Online-Eintragung
gegen den Bau eines brasilianischen Wasserkraftwerks, der u.a. einen
Angriff auf die dort lebende Bevölkerung darstellt." Ich selbst habe
mich bereits in die Petition eingetragen. Wenn ihr die Möglichkeit habt,
sie anderen zu schicken, bitte ich darum. Besten Dank!

Der Fluss "Xingu" ist in Gefahr. Bau und Betrieb des geplanten
Wasserkraftwerks Belo Monte sind ein Angriff auf den Fluss, die Umwelt
und die dort lebende Bevölkerung.

Diese Bedrohung erfordert globalen Einsatz für Leben und nachhaltige
Entwicklung. Die Verantwortung für unsere Erde und für ein würdiges
Leben zukünftiger Generationen ist das Motiv unserer Petition.

Am 1. Februar 2010 hat das Brasilianische Institut für Umwelt und
natürliche erneuerbare Ressourcen (IBAMA) für das Wasserkraftwerk Belo
Monte eine Vorlizenz erteilt, die an 40 Bedingungen gebunden ist.
Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Bedingungen nicht
beachtet werden, sobald mit dem Bau begonnen worden ist.

Der Planet Erde gehört uns allen.

Auf diesem Planeten gibt es nur ein Amazonien in seiner Biodiversität.

Einzigartig ist auch der Fluss Xingu.

Solidarisch mit den indigenen Völkern und den Siedlern entlang der
Flüsse bekräftigen wir: Der Xingu soll für immer leben!

Bitte!

Hier geht's zur Petition

http://www.belomonte.org/petition/de/

Mit lieben Grüßen

Ingrid Ungersböck

Kath. Arbeitnehmer/innen Bewegung

der Erzdiözese Wien

Stephansplatz 6/5/552

1010 Wien

(DVR-Nr. 0029874-106)

E-Mail: ka.arbeitnehmer at edw.or.at <mailto:ka.arbeitnehmer at edw.or.at>

Homepage: http://www.kab-wien.at

Tel: 01/51552-3354

Mobil-Tel. Gaßmann: 0664/621 69 80

Mobil-Tel. Ungersböck: 0664/885 93 809

DIE PETITION:

Petitionstext

Der Xingu ist in Gefahr

Bau und Betrieb des geplanten Wasserkraftwerks Belo Monte sind ein
Angriff auf den Fluss, die Umwelt und die dort lebende Bevölkerung.

Diese Bedrohung erfordert globalen Einsatz für Leben und nachhaltige
Entwicklung.

Das Projekt Belo Monte zielt nicht auf Nachhaltigkeit ab, sondern auf
beschleunigtes Wirtschaftswachstum. Beschleunigung für wen? Das einfache
Volk arbeitet schon heute acht Tage in der Woche, - Feiertage zählen
doppelt -, um ein bescheidenes Dasein zu fristen.

Nachhaltige Entwicklung gegen beschleunigtes Wachstum Bereits im Jahr
1972 verwies der Club of Rome auf die Grenzen des Wachstums und warnte
unter anderem vor einer hemmungslosen Ausbeutung natürlicher Rohstoffe.
Zwei Jahrzehnte später fand in Rio de Janeiro (Brasilien) eine wichtige
Konferenz zur "Rettung des Planeten" statt. Die UN-Konferenz über Umwelt
und Entwicklung prägte den Begriff der Nachhaltigkeit und appellierte an
die Verantwortung der Weltgemeinschaft.

Diese Verantwortung für unsere Erde und für ein würdiges Leben
zukünftiger Generationen ist das Motiv unserer Petition. Wir bitten Sie
um Gehör und Aufmerksamkeit für unsere Befürchtungen, damit Sie diese
bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Am 1. Februar 2010, im Monat, in dem vor fünf Jahren ein beauftragter
Mörder das Leben einer Aktivistin für die Rechte der Kleinbauern an der
Transamazônica sowie Verteidigerin einer nachhaltigen Entwicklung in
Amazonien, Dorothy Mae Stang, mit fünf Schüssen auslöschte, hat das
IBAMA die Vorlizenz für das Wasserkraftwerk Belo Monte erteilt.

Die Vorlizenz beinhaltet 40 Bedingungen, etwa hinsichtlich
Wasserqualität, Fauna, sanitäre Infrastruktur oder betroffene
Bevölkerung. Diese entsprechen aber nur teilweise den Forderungen der
vom Kraftwerk Betroffenen. Zum Beispiel sind die bisherigen Erhebungen
im Planungsprozess bezüglich sozialer, migratorischer und ökologischer
Auswirkungen lückenhaft. Bisherige Großprojekte zeigen, dass Bedingungen
und Versprechen nie zur Gänze in die Praxis umgesetzt wurden.

Beispiele aus der Vergangenheit

Vier Jahrzehnte sind seit dem ersten Spatenstich für das binationale UHE
Itaipu vergangen. Etwa 40.000 Menschen - vor allem Indios Guaraní -
mussten von ihren traditionellen Territorien weichen. Millionen
tropischer Bäume gingen unwiederbringlich verloren.

Der Stausee für das UHE Sobradinho am Rio São Francisco verdrängte mehr
als 70.000 Menschen. Viele der vom Kraftwerk Betroffenen wurden verjagt.
Ein Teil der kleinbäuerlichen Familien erhielt Monate später, in einer
steinigen und wasserarmen Gegend ohne Infrastruktur ein Grundstück, das
für die Subsistenzwirtschaftung ungeeignet ist.

Die langen Trockenperioden in der semi-ariden Region senken die
Wasserpegel und führen zu einem deutlichen Abfall der Energieproduktion.
Die Siedler in der Nachbarschaft des Stausees beklagen bis heute den
Mangel an Trinkwasser.

Unzureichend war die Waldrodung im Becken des Tocantins vor der Flutung
für das Kraftwerk Tucuruí. Die verfaulende Biomasse setzt erhebliche
Mengen an Treibhausgasen frei. Das stehende und tote Gewässer ist
Brutstätte für Mosquitos und Ungeziefer. Der Lebensraum von mehr als
20.000 Menschen ist im Wasser versunken. Nur wenige erhielten eine
geringe finanzielle Entschädigung. Viele Besitztitel der Grundstücke,
die zum Ausgleich angeboten wurden, waren längst vergeben. Für die
indigene Gemeinschaft Parakanã war die Umsiedlung ein tiefer Einschnitt
in ihre soziale Organisationsform. Mindestens 5.000 Haushalte etwa in
Mocajuba, Cametá oder Limoeiro sind noch nicht an das Stromnetz von
Tucuruí angeschlossen. Die luxuriösen Wohnanlagen für die ehemaligen
Ingenieure und Techniker aus anderen Bundesstaaten stehen Großteils
leer, während sich Favelas ausbreiten.

Wer kontrolliert die Beachtung der 33 Bedingungen, die im Kontext der
Kraftwerke Santo Antônio und Jirau am Madeira Fluss erlassen wurden? Die
direkt betroffenen mindestens 5.000 Familien wissen noch immer nicht,
wann sie das Gebiet verlassen müssen und schon gar nicht, wo sie eine
Bleibe finden.

Wenn die von Kraftwerken betroffene Bevölkerung auf die Straße geht und
die Berücksichtigung ihrer Rechte und Interessen fordert, werden die
Demonstrationen stets von einem unverhältnismäßigen Polizeiaufgebot
begleitet. Hin und wieder kommt es zu willkürlichen Verhaftungen.

Die Einwohnerzahl von Altamira ist im letzten halben Jahrhundert von
rund 5.000 auf etwa 90.000 angestiegen. Im Zuge von Belo Monte sollen
100.000 Personen in kurzer Zeit zuwandern. Tausende Menschen werden in
diese Region am Xingu drängen. Welche Infrastruktur steht bereit, um
dieser übermäßigen Migration zu begegnen?

Eletrobrás verspricht für das UHE Belo Monte 18.000 direkte und 80.000
indirekte Arbeitsplätze. Hunderte freie Stellen wurden seinerzeit auch
beim Ausbau der Hochspannungsleitung von Tucuruí nach Altamira in
Aussicht gestellt. Geduldig reihten sich unzählige Arbeitssuchende in
die Warteschlange ein, zahlten sogar eine Gebühr und gingen doch leer
aus. Die gering entlohnten Beschäftigungsverhältnisse wurden mit Indios
aus Bolivien abgeschlossen.

Solidarität

Die direkt und indirekt vom Kraftwerk Belo Monte betroffenen indigenen
Völker, denen Amazonien seit urvordenklicher Zeit Heimat ist, fordern
auf der Grundlage der Bundesverfassung von 1988 und der ILO-Konvention
169 noch immer ihre Anhörung, die diesen Normen tatsächlich entspricht.

Der Planet Erde gehört uns allen.

Auf diesem Planeten gibt es nur ein Amazonien in seiner Biodiversität.

Einzigartig ist auch der Fluss Xingu.

Solidarisch mit den Siedlern entlang der Flüsse, mit den indigenen
Völkern Xipaia, Curuaia, Xikrin do Bacajá, Parakanã, Arara, Araweté,
Asurini, Juruna und Kayapó, mit den Einwohnern von Altamira, Anapu,
Brasil Novo, Medicilândia, Pacajá, Placas, Porto de Moz, Senador José
Porfírio, Uruará und Vitória do Xingu bekräftigen wir:

Der Xingu soll für immer leben!