SinoNet: Republik Österreich gegen österreichisch-chinesisches Ehepaar
Gregor Kneussel
gregor.kneussel at gmx.net
Mit Jan 24 02:54:47 CET 2007
Hallo!
"Heiratsfähige Frauen und Männer haben ohne Beschränkung auf Grund der
Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht zu heiraten
und eine Familie zu gründen. [...] Die Familie ist die natürliche
Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch
Gesellschaft und Staat." (Internationale Erklärung der Menschenrechte,
Artikel 16)
Vor zehn Monaten berichtete der "Standard" darüber, dass die
österreichischen Behörden die chinesische Ehefrau eines Österreichers
trotz gestelltem Niederlassungsantrag in "Schubhaft" genommen und
deportiert wurde. Ihrem Ehemann wurden als Zuckerl 6.079 Euro für die
Amtshandlung verrechnet. Die Gesetzeslage und die Argumentation der
Behörden ist kafkaesk.
Gestern erschien ein weiterer Artikel über diesen Fall im Standard, s.u.
Ich hätte gedacht, dass etwas mediale Aufmerksamkeit wenigstens diesem
Paar (und sie sind kein Einzelfall) helfen würde - es hat nicht
funktioniert. Wahrscheinlich sollte man es sich abgewöhnen, über solche
Fälle entsetzt zu sein, doch es gelingt mir nicht.
Gregor
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Chinesin Zou darf nicht zu ihrem Ehemann (23. Jänner 2006)
http://derstandard.at/?url=/?id=2740063
Nach MA 35 zeigte auch Ministerium Härte: Frau darf nicht wieder nach
Österreich einreisen, obwohl ihr Mann hier lebt
Wien - Adolf Brichta und seine chinesische Ehefrau Zou Youeying bleiben
weiterhin getrennt. Nach der Wiener MA 35 hat vor 14 Tagen auch das
Innenministerium als zweite Instanz den Niederlassungsantrag der
37-Jährigen - und somit ihre Wiedereinreise nach Österreich, wo ihr Mann
lebt - abgelehnt.
Zous Abschiebung aus Wien nach Schanghai hatte der Öffentlichkeit im
vergangenen Frühling erstmals drastisch die Tücken des neuen
Niederlassungsgesetzes für binationale Ehepaare vor Augen geführt. "Ich
habe den Eindruck, dass hier ein Exempel statuiert wird", kommentiert
Brichtas Anwältin Nadja Lorenz den jetzigen Negativbescheid.
"Mangelnde Einkünfte" als Grund
In der Begründung des Ende vergangener Woche zugestellten Spruchs
streicht der Leiter der Abteilung für Fremdenrechtsangelegenheiten im
Ministerium, Johann Bedezeka, - gleichzeitig ein Hauptautor des
Niederlassungsgesetzes - die mangelnden Einkünfte des Paares heraus.
Beide zusammen könnten die verlangten 1055,99 Euro Monatseinkommen für
zwei Personen nicht aufbringen: Die vorliegende Bestätigung einer
Rechtsanwaltskanzlei, dass Zou Youeying dort als Putzfrau arbeiten
könnte, genüge nicht.
Außerdem habe Zou vor ihrer Heirat "jahrelang die Bestimmungen des
Fremdenwesens verletzt", weshalb "massive Zweifel" an ihrer
Glaubwürdigkeit bestünden: Für Lorenz kein ausreichender Grund, um ihr
das Zusammenleben mit ihrem Mann in Österreich zu verbieten: "Zou ist
nie straffällig geworden". Die Anwältin will den Verfassungsgerichtshof
wegen "Verletzung des Schutzes des Privatlebens" anrufen. (Irene
Brickner, DER STANDARD Printausgabe, 24.01.2007)
Weitere (ältere) Standard-Artikel:
"Ich will wieder nach Wien zurück"
http://derstandard.at/?url=/?id=2388743
"Sehenden Auges verfassungswidrig"
http://derstandard.at/?url=/?id=2389383
Bewusste Falschinformation von Ministerium
http://derstandard.at/?url=/?id=2334015
-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Standard: Chinesische Ehepartnerin eines Österreichers abgeschoben
Datum: Fri, 17 Mar 2006 10:18:00 +0800
Von: Gregor Kneussel
An: Sinonet
Ich kenne weder die Betroffenen noch die Hintergründe, doch der Fall
erscheint mir bemerkenswert, und ich bereue es, in den letzten
eineinhalb Jahren die offensichtlich äußerst beunruhigenden
Entwicklungen in Österreich nicht genauer verfolgt zu haben. Ich hatte
bisher gedacht, Israel sei das einzige westliche Land, das binationale
Ehen verbietet bzw. auseinanderreißt.
Gregor
Ehepartnerin eines Österreichers abgeschoben (13. März 2006)
http://derstandard.at/?url=/?id=2380688
Fremdenpolizei zerreißt erstmals binationale Ehe - Chinesin stellte
Niederlassungs-Antrag, der nicht beantwortet wurde
-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Standard: Republik hat mir Frau genommen (Fortsetzung)
Datum: Thu, 23 Mar 2006 11:27:02 +0800
Von: Gregor Kneussel
An: Sinonet
Hallo!
Der Standard scheint die Sache mit der Abschiebung der chinesischen
Ehepartnerin eines österreichischen Staatsbürgers zu verfolgen. Heute
erscheint ein weiterer Artikel zu der Angelegenheit.
Gregor
Ehemann muss Abschiebe- und Schubhaftkosten für seine Frau bezahlen
(23. März 2006)
http://derstandard.at/?url=/?id=2387199
Fremdenpolizei stellt 6.079 Euro in Rechnung - Adolf Brichta kämpft um
Gattin Zou Youeying: "Republik hat mir Frau genommen"
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Gregor Kneussel
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